Von der Weite des Lebens in einer engen Welt
Seit 45 Jahren sind Nabila und Ali verheiratet. Aber wenn die Radioklänge von Fairuz' Liebesliedern zum Küchenfenster hereinwehen, denkt Nabila nicht an ihren Mann, sondern an ihre Jugendliebe: einen syrischen Wanderarbeiter, der ihr Briefe in einer ausgehöhlten Zucchini versteckte. Auch wenn sie ihm damals nicht folgte, ihr drusisches Bergdorf nicht verließ: Seitdem brennt da eine Sehnsucht in ihr. Nun, wo die Töchter aus dem Haus sind und Schweigen einkehrt, spürt Nabila sie wieder. Eines Tages schickt sie Ali via Facebook eine Nachricht. Er erkennt seine Frau nicht hinter dem Pseudonym, sie klärt ihn nicht auf. So beginnen die störrischen alten Eheleute über ihre Handys wieder miteinander zu sprechen.
Feinsinnig, humorvoll und warm erzählt Haneen Al-Sayegh über die Intensität eines vermeintlich stillen Lebens.
»Ein wegweisendes Werk: präzise und souverän, voll geistiger Anspannung und Weitblick. Dieser Roman bereichert die arabische Literatur um eine kraftvolle feministische und humanistische Stimme.« Hawraa Dahini, Manateq (Libanon)
»In Haneen Al-Sayeghs Romanen zerbrechen die Frauen nicht an der Schwere ihres Leids - sie tragen es und wachsen daran.« Ibrahim Rasul, Nakhil Iraqi Newspaper (Irak)
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