Grenzüberschreitende Zivilverfahren können durch den Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologie beschleunigt werden. Dies setzt die Interoperabilität der in den EU-Mitgliedstaaten genutzten Softwarelösungen und damit einheitliche europäische Standards voraus. Ausgehend vom Status Quo des Einsatzes moderner Informations- und Kommunikationstechnologie in den europäischen Verordnungen zum Zivilverfahrensrecht untersucht Pia Wolf die technischen und rechtlichen Möglichkeiten, um mithilfe elektronischer Kommunikationsmittel grenzüberschreitende Zivilprozesse zu vereinfachen. Dabei werden die technischen Möglichkeiten zur Verfahrensvereinfachung durch digitale, auch intelligente Hilfsmittel systematisch an den rechtlichen Vorgaben der gemeineuropäischen, zivilprozessualen Verfahrensgrundsätze gemessen. Rechtsvergleichend wird der Einsatz moderner Kommunikationstechnologie in nationalen Zivilverfahren und deren Übertragbarkeit auf europäische Zivilprozesse analysiert. Abschließend diskutiert die Autorin die Einführung eines europäischen digitalen Zivilverfahrens. Die Herausforderung grenzüberschreitender, elektronischer Verfahren liegt in der Vielfalt mitgliedstaatlicher IT-Systeme. Ziel europäischer Lösungen muss die Herstellung der Interoperabilität nationaler Systeme sein. Die von der Europäischen Union entwickelte Softwarelösung E-CODEX bietet die Möglichkeit zum sicheren Datenaustausch zwischen mitgliedstaatlichen Gerichten und kann langfristig die grenzüberschreitende Justizkommunikation vereinfachen.
Die Arbeit wurde mit dem Carl-von-Rotteck Preis der Universität Freiburg ausgezeichnet.
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