Die Psychologie Friedrich Schleiermachers ist im Gegensatz zu seinem theologischen und philosophischen Werk bislang kaum erschlossen. Der Band schließt diese Lücke und zeigt Schleiermachers Psychologie als eigenständigen und systematisch relevanten Beitrag zur Theorie der Seele.
Zentral ist die These, dass Schleiermacher die Psychologie als Gegenstandsbestimmung dessen entwirft, was er Seele nennt. Jenseits von Materialismus und Subjektphilosophie lotet Schleiermacher dabei den Möglichkeitsraum dieses Begriffs aus. In Orientierung an der romantischen Naturphilosophie sucht er einen holistischen Ansatz zu entwickeln, der empirische und rationale Psychologie miteinander verbindet. Damit reagiert er auf die sich um 1800 bereits abzeichnende Aufspaltung von Philosophie und Psychologie in getrennte Wissenschaften und hält an der Idee eines einheitlichen seelischen Gegenstandsbereichs fest.
Ergänzend werden seine Psychologievorlesungen im Horizont postkolonialer und genderkritischer Perspektiven gelesen und einer kritischen Einordnung unterzogen.
Das Buch richtet sich an Leser*innen der Philosophie, Theologie und Kulturwissenschaften und bietet eine wichtige Referenz für aktuelle Debatten um den Seelenbegriff und anthropologische Grundfragen.
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