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Seit den frühen Achtzigerjahren sind Diener & Diener Architekten in der Schweiz und in Europa ein fester Begriff in der Architektur. Ihr Name hat durch öffentliche Bauten wie das Kunsthaus Pasquart in Biel/Bienne oder die Sammlung Rosengart in Luzern Bekanntheit erlangt, jedoch zunächst durch Wohnungsbauten. Die frühen Wohnhäuser an der Hammerstrasse in Basel wurden bis in die USA besprochen und erregten in Fachkreisen Aufmerksamkeit als Aufbruch einer Avantgarde.Sie brachen mit dem Architekturstil der Postmoderne und provozierten mit ihrer modernen Ästhetik sowie den bis heute an Schulen studierten Grundrissen eine Neuverhandlung gemeinschaftlicher urbaner Lebensformen. Als Initialzündung in einem ehemaligen Arbeiterquartier behandelte das Projekt eine Weiterentwicklung der Städtebautradition des 19. Jahrhunderts: Die Blockrandbebauung mit gemeinschaftlichem Innenhof wurde typologisch aktualisiert, ergänzt durch Ateliers sowie Einrichtungen für das Quartier.Die folgenden Arbeiten des Büros fanden Eingang in das 1995 mit Martin Steinmann publizierte Buch "Das Haus und die Stadt" (Birkhäuser Verlag für Architektur), das als Manifest des Dialogs von Neu und Alt in Architektur und Städtebau angesehen werden kann, aber auch als Liebeserklärung an die gebaute Stadt.Die ausgezeichneten Projekte des Büros, das mittlerweile in Basel und Berlin ansässig ist, sind deutlich mit der Aufarbeitung des geschichtlichen Erbes verknüpft. In ihrer Auseinandersetzung mit den Bauplätzen, Brachen und Ruinen reflektieren die Architekten das Recht auf Geschichte als scharfe, bisweilen konfliktive Auseinandersetzung mit der Ausschreibung der Bauaufgabe.Wie ein roter Faden zieht sich ihre Haltung durch das Werk. Ohne die Zugehörigkeit zu einer zeitgenössischen Moderne infrage zu stellen, fügen sich die Hauser von Diener & Diener in einer Weise in die Architektur der Stadt ein, die der Versuchung einer antagonistischen Position des Neuen gegenüber dem historischen Bestand immer wieder zu entkommen vermag.Diese Arbeiten sind nie laut. Aber sie tragen eine Wesenhaftigkeit in sich, die über Architektur hinausweisen kann. Bei der kontinuierlichen Suche nach Lösungen, dem Ort gerecht zu werden, den neuen Funktionen und dem Wandel, entstehen unter ihrer Federführung Aufgaben für die Kunst. Die eigenständige Position der Künstlerinnen und Künstler in diesen Zusammenarbeiten sieht das Büro als gleichberechtigt neben der Architektur: "Ihre Autonomie ist nicht verhandelbar und doch sind ihre Werke unverzichtbar für die Architektur."In diesem Heft sprechen Autorinnen und Autoren über ausgewählte Orte mit Projekten von Diener & Diener. Sie nehmen die Leserschaft mit auf eine Reise nach Basel, Aarau, Drancy, Berlin, Warschau, Zürich und Rom und durch verschiedene Jahrzehnte des Schaffens des Büros.