Mit der Aussicht auf das Paradies und dem Versprechen, die Regierung der Französischen Republik werde über sie wachen wie eine Mutter über ihre Kinder, macht sich Séraphine mit ihrer Familie Mitte des 19. Jahrhunderts auf nach Algerien, in die »barbarischen Gefilde«. Doch was sie dort erwartet, sind ein Land, das sich ihnen mit aller Kraft widersetzt, und Plagen von biblischem Ausmaß - sintflutartige Regenfälle, Hitze, Cholera und allerorts Gewaltexzesse, über die nach fünfzehn Jahren Eroberungsfeldzug kein Soldat mehr buchhalten kann. Aufgepeitscht von permanenter Propaganda und Hassrede findet der Krieg der französischen Armee seinen Ausdruck nur mehr in sinnlosen Plünderungen, Morden und Massakern, im fanatischen Blutrausch wider Erde und Sonne.
Atemlos und mit faulknerscher Wucht entfaltet sich in Mathieu Belezis gefeiertem Roman Erde und Sonne angreifen das Panorama der Hölle der Kolonialisierung. Dort, aus den Verzweiflungsschreien der Kolonisten, dem Propagandalärm und dem Gebrüll der Soldaten, schält sich ein Klagegesang von universeller Brillanz.
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