Zwischen 2001 und 2014 erschienen in Deutschland sieben Auto/Biografien überführter Hochstapler, begleitet von zahlreichen Zeitungsberichten, die Fälle und Figuren einordnen und verbreiten. Zeitgleich befeuerten der männlich konnotierte Hochstapler sowie die Täuschung als kulturelle Figuren populäre Gesellschaftsdiagnosen und -kritiken. Inga Klein analysiert medientheatrale Fremdzuschreibungen und strategische Selbstpositionierungen mit Blick auf die Verflechtungen von Etikettierungsprozessen, Wertzuschreibungen und Inszenierungshandeln. Damit macht sie Hochstapelei als medienkulturelle Figuration greifbar, die zwischen normativer Abweichung und Anerkennung sowie zwischen moralischer Problematisierung und Popularisierung oszilliert.
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