Die Gottesfrage als solche schafft es nur selten in die großen Feuilletons. Doch genau das war im Herbst des letzten Jahres der Fall, als der 2026 verstorbene Philosoph Jürgen Habermas in einem Gruß an Thomas M. Schmidt die Kernfrage an die Theologie schlechthin stellte: Wie steht es um den christlichen, mit Allmacht ausgestatteten Gott? Bleibt die Theologie ihm verpflichtet oder löst sie die Rede von ihm, skeptisch geworden gegenüber seiner Existenz, in ein Gefühl auf, das die Lebenspraxis von Menschen zutiefst bestimmt, sie ethisch motiviert - ohne Bezug allerdings zu seiner rettenden Allmacht.
Magnus Striet ordnet die Debatte ein in sich um die Gottesfrage rankenden Diskurse, die zurückgehen in eine im 18. Jh. beginnende Moderne, die die Gewissheit des freien Gottes verloren hatte. Dabei positioniert er sich eindeutig: Entweder dieser Gott oder aber kein Gott. Schließlich kann die Welt ja auch als das ausgedeutet werden, was sie ist: grundlose Welt. Von daher stellt dieses Buch zugleich eine Ehrenrettung einer Hoffnung dar, die kein Mensch aus sich selbst heraus gewährleisten kann.
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