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Die Familie ist ein Hort der Liebe, Geborgenheit und Zärtlichkeit. Wir alle sehnen uns nach diesem Flucht- und Orientierungspunkt, der unsere persönliche Welt zusammenhält und schön macht. Das wichtigste Bindeglied der Familie ist Mami. In diesen herzenswarmen Romanen wird davon mit meisterhafter Einfühlung erzählt. Die Romanreihe Mami setzt einen unerschütterlichen Wert der Liebe, begeistert die Menschen und lässt sie in unruhigen Zeiten Mut und Hoffnung schöpfen. Kinderglück und Elternfreuden sind durch nichts auf der Welt zu ersetzen. Genau davon kündet Mami.
Auf einer weißen Liege am Swimmingpool hinter seiner Villa am Stadtrand rekelte sich Dr. med. dent. Jobst Peter Herlitz, Chef einer privaten Zahnklinik und Teilhaber einer zahntechnischen Firma, in der Sommersonne. Gudrun, in einem knapp sitzenden türkisfarbenen Bikini, rollte ein fahrbares Tischchen mit Erfrischungen heran, sodass er bequem nach den Gläsern greifen konnte. Jobst Peter Herlitz, ein großer, hagerer Mann mit beginnender Stirnglatze und einem grämlichen Zug um den Mund, wenn er sich unbeobachtet fühlte, war in diesen Tagen sechsundvierzig Jahre alt geworden. Gudrun dagegen, schlank, ausgezeichnet gewachsen, hellblond und gepflegt, hatte die Dreißig kaum überschritten. Sie war Jobst Peters Assistentin, seine rechte Hand, sein Schatten, seine ständige Begleiterin und seine dritte Ehefrau. An die erste, eine Schauspielerin namens Evelyn, konnte sich Jobst Peter kaum mehr erinnern. Sie hatte ihm, wenn auch widerwillig, die gemeinsame Tochter Gesine überlassen und war aus seinem Leben verschwunden. Gesines wegen hatte er ein Kindermädchen einstellen müssen, ein sanftes braunhaariges Geschöpf, blutjung, biegsam, unselbstständig, dem sich Gesine sofort mit ganzem Herzen anschloss. Es hieß Anne. Aus praktischen Erwägungen, denn Anne mauserte sich zu einer passablen Hausfrau, und die Leute fingen allmählich an zu reden über das junge Mädchen in Doktor Herlitz Villa, hatte er Anne kurzerhand geheiratet. Im ersten Ehejahr bekam sie eine Tochter, Merle, im dritten einen Sohn, Stefan, im fünften wurde sie in Ehren entlassen, denn Jobst Peter hatte Gudrun kennengelernt, und das war nun wirklich etwas anderes, ihm Gemäßeres, denn Gudrun war nicht nur ein schicker, appetitlicher Anblick, sie arbeitete auch Seite an Seite mit ihm in der Praxis, hatte fantastisch geschickte Hände und bewies ein waches geschäftliches Interesse. Kinder lagen ihr nicht. Kinder machten sie nervös, ebenso wie ihn. Gudrun kümmerte sich vom ersten Tag an aufopfernd um seine Person, seine Praxis, seine Patientenkartei und seine Abrechnungen. Man konnte sie vorzeigen, zu Prominentenparties mitnehmen und zu Kongressen. Mit Anne war nichts dergleichen jemals möglich gewesen. Sie hätte die Kinder niemals allein gelassen, nicht einmal einen Abend lang, und außerdem war sie ja die meiste Zeit schwanger gewesen.