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Wie Skulpturen erheben sich die Gebäude mit ihren eleganten Formen und prächtigen Fassaden: Bauwerke im Art-déco-Stil spiegeln das Selbstbewusstsein der »Goldenen Zwanzigerjahre« wider. Die Architekten Niels Lehmann und Christoph Rauhut spürten Gebäude aus dieser Zeit in London und Südengland auf. Dieses bauliche Erbe dokumentierten sie in dem einzigartigen Bildband »Modernism London Style«. Die mehr als 230 hochwertigen Schwarz-Weiß-Fotografien sind jetzt im Hirmer Verlag erschienen.
Art déco - mehr als ein Baustil Der Art déco demonstriert wie kein anderer Stil die Aufbruchsstimmung der Menschen in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Dieses Lebensgefühl machte sich in Alltagsgegenständen genauso wie in der Kunst und Architektur bemerkbar. Von Paris ausgehend verbreitete sich der Stil des Art déco ab den 1920er-Jahren in weiten Teilen Europas, Amerikas und bis nach Neuseeland. Mondäne Kaufhäuser und Hotels, luxuriöse Wohnbauten in grünen Vororten, Fabrikgebäude und Bahnhöfe entstanden damals in diesem Stil - auch in London. Mit ihren großflächigen Fassaden und exklusiven Verzierungen heben sich hier die Bauten des Art déco von anderen ab, fügen sich jedoch gleichzeitig perfekt in das bestehende Stadtbild mit älteren und neueren architektonischen Stilen ein. Fast drei Jahre lang bereisten Niels Lehmann und Christoph Rauhut die englische Hauptstadt, um Art-déco-Gebäude zu finden und deren architektonische Besonderheiten im Bild festzuhalten. Dabei konzentrierten sie sich auf die klaren geometrischen Formen und wiederkehrenden Motive wie den Halbkreis, die die Bauwerke des Art déco auszeichnen.
Eine architektonische Reise durch London Mit dem Bildband »Modernism London Style« gelang Lehmann und Rauhut eine einzigartige Dokumentation von Londoner Art-déco-Bauwerken und eine beachtliche Sammlung von hochwertigen Architektur-Fotografien. Auch wenn die Schwarz-Weiß-Bilder erst in den vergangenen drei Jahren aufgenommen wurden, nimmt der Bildband den Betrachter mit auf eine Zeitreise in das London der 1920er- und 30er-Jahre. Vor allem die hohe Qualität der Gebäude ist auf den Bildern gut zu erkennen. Damit bestätigen Lehmann und Rauhut, dass die zeitgenössischen Architekten besonders wertvolle und langlebige Materialien für die Art-déco-Gebäude verwendeten. Diese sind bis heute sehr gut erhalten. Die gestochen scharfen Fotografien ganzer Gebäudekomplexe oder Detailaufnahmen der edlen Art-déco-Fassaden hinterlassen einen starken Eindruck beim Leser. Das harte Sonnenlicht, das bei den Aufnahmen ausgenutzt wurde, verstärkt die Licht- und Schattenwirkung. So tritt die bildhauerische Kraft und räumliche Tiefe dieser Architektur besonders zutage.
»Modernism London Style« - der Bildband Der Bildband enthält mehr als 230 großformatige Aufnahmen von Art-déco-Gebäuden in London und Südengland. Die Fotografien sind meist chronologisch geordnet. Bauwerke mit ähnlicher Form und Gestaltung folgen unmittelbar aufeinander, um den gemeinsamen Kontext zu betonen. In einem einleitenden Essay beschreibt der Londoner Architekt Adam Caruso unterhaltsam und mit vielen Beispielen die Entwicklung des Art déco in England. Ein bebilderter Index am Ende des Buches ordnet jedem Bauwerk Baujahr, Architekt und Straße zu. Auf detaillierten Landkarten sieht der Leser die genaue Lage jedes Gebäudes, das es zum Beispiel auf einer London-Reise zu entdecken gibt.