In der Frühen Neuzeit findet die Debatte um die 'reine Sprache' Eingang in die Normierungsbestrebungen der Volkssprachen Europas. Sie bildet das theoretische Fundament einer institutionell verankerten Sprach- und Identitätspolitik, die sich in unterschiedlichen Konstellationen vollzieht.
Der vorliegende Band nimmt Diskurse und Praktiken der Sprachreinheit in Italien, Frankreich und Deutschland in den Blick und widmet sich insbesondere den soziokulturellen Rahmenbedingungen der spezifischen Ausprägungen von Sprachpurismus. Im Mittelpunkt stehen konkrete Institutionen und Akteure der Sprachnormierung, Wechselwirkungen zwischen Sprachnormierung und Literatur sowie Metaphorologien der Spracheinheit bzw. -reinigung.
Der interdisziplinäre Sammelband untersucht dabei, wie sich autologische und heterologische Bezüge in unterschiedlichen Diskurs- und Gattungstraditionen - von Sprachtraktaten über Poetiken, Grammatiken und Wörterbücher bis hin zu Briefen, Übersetzungen und satirischen Texten - verflechten.
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