In spracheln wirbelt José Oliver die ihm vertrauten Sprachen bald spielerisch und lustvoll, bald geradezu zornig durcheinander. Dabei verrückt er nicht nur jede für sich in sich selbst, sondern lässt die eine an der oder den anderen erwachen, indem sie sich in seinen Gedichten einander gegenseitig einschreiben, ja von ihm fast vermengt werden. In einer regelrecht exzessiven Lust an Verzweigungen spürt der Dichter sprachschöpferisch an und in den Worten sich entzündenden Fragen und ihren Mäandern nach. Seine Gedichte sind »F:undstücke«, in denen er sich der Lust und der Notwendigkeit, in und mit den »W:orten« zu »spracheln«, rückhaltlos hingibt. Auf diese Weise sucht Oliver die Welt in ihren Ausfransungen ebenso beharrlich auf, wie die Welt in seine Notizen, Notate, Verdichtungen und Gedichte geradezu einschlägt. Bei diesem Gegenverkehr hören sich die Sprachen gegenseitig zu, kommen ins Gespräch, bilden gleichsam einen »Duolekt«. In dessen Lautvermächtnissen gewinnt im scheinbar Zusammenhanglosen das Los des Zusammenhangs poe(h)tische Gestalt: »die vision das wort / könnte / w:ort w:erden.«
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